Buch: Exposee, Treatment und Konzept


Kurz und knackig

Dennis Eick: Exposee, Treatment und Konzept (Praxis Film 26), Konstanz: UVK 2005. 182 Seiten, € 17,90


Bücher zum Drehbuch gibt es in Hülle und Fülle. Wie man es schreibt, was reinkommt, wie es auszusehen hat und wozu es gut ist bzw. wozu gut zu sein hat. Jeder, der für den Film schreiben will, ist früher oder später an eines dieser Bücher geraten. Man muss schließlich wissen, wie das ist, mit dem Szenenkopf, den Dialogen etc.

Doch dummerweise läuft das nicht so: Niemand packt die Geschichte, die er zu er-zählen hat, in ein Drehbuch, schickt es ein und sieht es bald darauf auf der Leinwand – mit einem Haufen Geld mehr auf dem Konto. Schön, vielleicht gibt es doch den einen oder anderen, bei dem es so abläuft. Diese Glückspilze und Stars des Geschäfts haben es freilich nicht nötig, gedruckte Ratgeber zu kaufen und durchzulesen. Klingt blöd, ist aber so.

Was nun kaum ein Drehbuch-Buch verrät, ist das mit dem Exposee bzw. dem Treatment. Das sind die Stationen der Geschichte, die zwischen dem Kopf und dem Script liegen. Und noch gemeiner ist, dass die Bücher noch weniger verraten, wie absolut notwendig diese Stationen sind. Ohne Exposee, ohne Treatment wird es kein Drehbuch geben. Selbst wenn Sie es gleich schreiben, es geschrieben haben, bei einem Sender oder einer Produktionsfirma einreichen: es „gibt“ dieses Drehbuch praktisch nicht.

Mit Exposees oder Treatments verkauft man das Drehbuch, bringt es an den Mann. Es ist das Bewerbungsschreiben, der Lebenslauf, das Klingeln an der Tür. Nur was es mit diesen eminent wichtigen und mysteriösen „Dingern“ so recht auf sich hatte, ja, das war bislang ein Geheimnis.

Nun jedoch braucht sich niemand mehr die Haare raufen, jammern und wehklagen. Denn endlich wurde das Geheimnis gelüftet und eine Lücke geschlossen, die umso abgrundtiefer war, als es doch auf der Hand lag, sich ihrer anzunehmen. In der UVK-Reihe Praxis Film, die ihrem Titel alle Ehre macht, wird von Dennis Eick auf läppischen 182 Seiten nahezu alles über die Vorstufen des Skripts erläutert. Dabei täuschen diese wenigen 182 Seiten. Von Rechts wegen müssten es doppelt, gar dreimal soviel sein – derart informell und nützlich erweist sich das Buch.

Eick war „Fiction-Redakteur“ bei RTL, doziert zudem an den Unis Köln und Düsseldorf zum Thema Drehbuchschreiben, und seine Praxiserfahrung merkt man dem „Exposee, Treatment und Konzept“ stets an. Kurz und knackig geraten die Sätze, schnörkelloser Ballast entfällt. Der schlichte wie punktgenaue Buchtitel ist Programm. Wenn dann doch mal etwas zum zweiten oder dritten Mal gesagt wird, dann nur, weil man es auch nach hundert Mal nicht genug gehört hat. Vor Theorie scheut Eick dabei auch nicht zurück, er hält sich aber nur mit ihr auf, wenn sie das Verständnis der Ausübung betrifft und also im Praktischen Sinn macht.

Eick beschreibt zunächst den Stoffentwicklungsprozess. Ohne lehrmeisterlich zu sein, gibt er Anregungen und Tipps: Welche Geschichte könnte für wen in welcher Form interessant sein? Mit welchem Titel kommt man an? Der reine Sinn eines Exposees und Treatments wird eingängig erläutert: keine Schikane sondern Ökonomie. Wer kann schon alle eingesandten fertigen Drehbücher lesen – und muss es, wenn es doch in kurz gehen kann? Beim Treatment macht Eick deutlich, dass es sinnvoll ist, ein Thema zu formulieren (wenn auch nur für sich), sich Gedanken über Setting und Subtext zu machen. Zuletzt geht er auf das Konzept für eine Serie ein. Auch hier wieder: Praxis pur.

Eick behandelt bei alledem sowohl Form als auch Aufbau, Länge und Struktur, außerdem den „Ton“ und die Figuren, wie diese in welcher Phase ausgestaltet sein müssen – je nach ihrer Funktion im jeweiligen Stadium der Stoffentwicklung. Sogar Raum für die Figurennamen hat es – bei 182 Seiten! –, außerdem für Hinweise auf Selbstverständlichkeiten wie korrekte Grammatik und Orthographie.

Das gerät immer eingängig und logisch, keine selbstzweckhaften Regeln werden aufgestellt. Im Gegenteil, einige davon – darunter überhaupt manche Ansprüche auf Standards – lässt er abblitzen. Und allein aus dem kurzen Gedanken, das Schreiben von Exposees sei vergleichbar dem Erzählen eines Witzes, dürfte für einen Drehbuchkurs allerhand Anreiz, Idee und Beschäftigung ergeben.

Komplettiert wird „Exposee, Treatment und Konzept“ von einem Musterexposee („Lola rennt“ von Tom Tykwer), einem gekürzten Bildertreatment („Napola“) und dem Beispiel eines Serienkonzepts („Die Sitte“). Auch das tut gut: Eick fährt allseits mit populären Vergleichen und Mustern auf. Dass kein echtes Treatment (sondern „nur“ die weiterentwickelte Form, eben ein Bildertreatment) als Exempel kommt, schmerzt ein wenig. Dafür wartet das Buch mit einer kurzen Internetlinkliste auf, die u.a. zu entsprechenden Beispielen führen.

Eicks profunde Schnörkellosigkeit bereitet auf die raue Wirklichkeit vor, treibt dem die Flausen aus, der sich fürs Schreiben nur in einem Elfenbeinturm wähnen mag. Zugleich entmutigt er nicht, weil er einen an der Hand nimmt, die Fallstricke und Sackgassen vorführt und zeigt, wie man sie vermeidet oder umgeht. Gerade weil er schreibt, als habe er entnervt sich selbst auf der anderen Seite, als Redakteur, die Arbeit schöner machen wollen, dafür endlich mal allen Unwissenden Bescheid geben wollen, wie es zu gehen hat – gerade deshalb ist dieses Buch eines der gelungensten Anleitungsbücher überhaupt. Für alle, die sich anschicken, für Film oder Fernsehen zu schreiben und nicht nur für die Schublade: sehr zu empfhelen.

Bernd Zywietz (2005)

Dieses Buch können Sie HIER bequem in unserem Screenshot-Shop bestellen

exground 09 - DESPERADOS ON THE BLOCK: Verzweiflung im Studentenwohnheim

DESPERADOS ON THE BLOCK von Tomasz Emil Rudzik bildet den Auftakt des 22. exground-Filmfests, und desperate, also verzweifelt, sind dessen Protagonisten allemal. Drei Bewohner eines Münchener Studentenwohnheims suchen eigentümliche Wege aus der Einsamkeit: Der gehörlose Motek überredet seine angebetete Kommilitonin zu einem Date mit Gesprächsverbot, bei dem er zwar sein offensichtlichstes Handicap zunächst verbergen kann, dann jedoch mit seiner aufbrausenden Natur aneckt. Der Chinese Sin gerät in amouröse Verstrickungen mit seiner Nachhilfeschülerin und die gläubige Clara versucht ihren Kontakt mit Gott aufzufrischen, indem sie dessen 10 Gebote bricht und so ein Feedback erzwingt.
Rudziks Film, seine Abschlussarbeit an der Hochschule für Fernsehen und Film München, bietet einige schöne Momente, insbesondere während der Sequenzen der systematischen Sünderin Clara, wirkt insgesamt aber etwas risikoscheu. Entfremdungsgefühle, Glaubenskrise, Liebeskummer, ignorante Eltern und sonstige Zutaten für ein zünftiges Drama werden mit einigen Gags vermischt, so dass für jeden Zuschauer etwas dabei ist. Die Charaktere, so sympathisch sie auch sein mögen, bleiben dabei leider auf der Strecke und transportieren nur die Geschichte, unter die narrative Oberfläche wagt sich der Film nicht herab. Das Versprechen von Tiefgang durch das Anreißen einiger existentieller Grundfragen wird leider nicht eingelöst. Ja, im Studentenwohnheim lebt es sich weitgehend anonym und man begegnet sich nur flüchtig. Und weiter? Irgendwie wirkt alles ziemlich "independent" und "quirky". Aber diese Prädikate sagen mittlerweile nichts Konkretes mehr aus und wecken nur noch die Erwartung eines diffusen filmischen Grundmusters von Coming-of-Age-Angst in Verbindung mit mehr oder minder poetischen Kamerablicken. Und so wirkt auch Rudziks Film trotz origineller Anklänge seltsam in Formelhaftigkeit erstarrt. DESPERADOS ON THE BLOCK ist ein harmloser Film, über den man sich nicht ärgert, der den Zuschauer aber auch zu wenig herausfordert. Rudzik hätte die Oberfläche des Geschehens gerne etwas tiefer aufkratzen dürfen.

- Daniel Bund

exground 09 - Kino mal anders: A Wall is a Screen

Gleich im Anschluss zum Eröffnungsfilm konnte man sich auf einem Stadtrundgang der etwas anderen Art zur Eröffnungsparty im Kulturpalast führen lassen: Unter dem Motto "A Wall is a Screen" wurden auf der Strecke zwischen der Caligari Filmbühne und dem Kulturpalast insgesamt sechs Kurzfilme an Häuserfassaden projiziert. Nachdem das Event letztes Jahr etwas im Programm untergegangen war, erfreute es sich in seiner zweiten Runde dank des hervorragenden Timings eines größeren Erfolges. Ausgestattet mit Glühwein und warmen Jacken ließ sich eine erstaunlich große Besuchergruppe von der sehr unterhaltsamen Kurzfilmauswahl mitreißen. Leider ging der erste Kurzfilm im Getümmel nach DESPERADOS ON THE BLOCK unter, doch dafür hatte es der Zweite in sich. Der Australier Nash Edgerton – ein Name, den man sich merken sollte – landete mit seinem Kurzfilm SPIDER den wohl größten Publikumserfolg des Abends. Nach einem Slow-Start wegen vermeintlicher Vorhersehbarkeit erzeugte er unter dem Motto "It is all fun and games until someone loses an eye" unerwarteten Schock und Gelächter, in dem er augenzwinkernd zeigte, wie viel Unheil man mit einer schwarze Gummi-Spinne anrichten kann. Im Anschluss wurde der Humor schwärzer und der Splatter explizierter, als in einer sauberen Reklamewelt ein Ehepaar am Frühstückstisch mit strahlendem Lächeln die vielfältigen Verwendungszwecke von Küchen- und Gartengeräten am Körper ihres Partners präsentieren. Auch im französischen Beitrag BALIBALO lässt Regisseur Marc Andréoni die Fetzen fliegen, als die Begegnung zwischen vier Gangstern und einer Pfadfindergruppe grotesk eskaliert. Mehr Horror als Gelächter erweckte der kontroverse Beitrag des Kanadiers Dave Burns, bei dessen Film ASSWAX der Name Programm ist. Die Reaktionen auf die Vorführung waren zwar durchwachsen, aber wann hat man schon einmal die Möglichkeit, einem Ass Waxing auf einer Wiesbadener Häuserwand beizuwohnen? Den Abschluss am Kulturpalast bildete der irische Horrorfilm THE TEN STEPS, der trotz einer fast schon parodistischen Ansammlung von Genre-Stereotypen für Gänsehaut sorgt und mit einem unerwarteten Ende aufwartet. Besonders rege Anteilnahme rief der Film bei einem Bewohner hervor, der mit einer kleinen Privatshow auf dem Balkon die Stimmung in anderweitig gruslige Bahnen lenkte. Insgesamt bot der Rundgang mit seiner variationsreichen Kurzfilmauswahl einen spaßigen Auftakt zur Eröffnungsparty. Und für alle Interessierte, die ihn verpasst haben, ist es zumindest für Nash Edgertons Highlight SPIDER noch nicht zu spät: der Film läuft im Rahmen des Exground-Festivals nächste Woche noch zwei weitere Male.


Sarah Böhmer

Drehbuchschule Wolfgang Pfeiffer

„Ein guter Film ist ein wirkungsvoller“
Zu Besuch bei der Drehbuchschule Wolfgang Pfeiffer in Berlin

von Bernd Zywietz




Von zwei Postern herab attestieren Andrea Sawatzki und Fabian Busch: „Kein Drehbuch. Kein Film“. Sie sind Teil der Kampagne des Verbands Deutscher Drehbuchautoren e.V., und warum die beiden hier hängen ist klar – es ist die Drehbuchschule Wolfgang Pfeifer in Berlin, Stadtteil Prenzlauer Berg. Die U-Bahn (die hier Hochbahn ist) Station Eberswalder Str. raus, die Danziger runter, dann die dritte oder vierte (je nachdem, ob man die Pappelallee mitzählen will) links rein.

Schön ist die Straße, ein bisschen ruhig, schräg gegenüber gibt es einen kleinen Park. Die Drehbuchschule selbst befindet sich im Erdgeschoss. Das „Klassenzimmer“ mit dem Parkettboden und dem Bürotisch-Viereck ist hell und freundlich, liegt zur Straße raus. Gegen Mittag fällt die Sonne durch die großen Fenster und die Glastür. Zweifellos war das mal ein Ladengeschäft. Drehbuchunterricht im Schaufenster. Dass man sich trotzdem in einem geschützten Raum fühlt, spricht schon mal für sich.



Braucht man das überhaupt? Sicher, „Kein Drehbuch. Kein Film“, das sagt sich leicht und selbstbewusst, aber ist dafür eine Schule nötig oder mehr noch: nutzt sie überhaupt etwas? Von privaten Film-Unis in Mallorca haben wir gehört, von allerlei anerkannten oder selbsternannten Drehbuchgurus in den USA, in Deutschland gibt es unter anderem die HFF München, in Berlin selbst die dffb mit ihrer Drehbuchakademie. Wie seriös ist die Drehbuchschule Wolfgang Pfeiffer? Werden hier Träumer abgezogen, die es anderswo nicht geschafft haben und hier gerne ihr Geld für ein bisschen Hoffnung lassen, ihr Script mal auf der großen Leinwand zu sehen? Stellt hier jemand nur sein übergroßes Ego zur Schau, indem er behauptet, er – ja er! – könne verkünden, was man wie mit den Ideen und Einfällen zu tun hat, die durchs Kreativhirn spuken und zur Karriere führen?

Ein bisschen Personenkult kann man schon wittern, besucht man die Homepage der Drehbuchschule. Im grünen fünfzackigen Stern prangt die weiße Silhouette von Pfeiffers kahlem Haupt, erinnert in der Aufmachung an Hitchcock und auch ein bisschen an Erich von Stroheim. Dazu gibt es ein YouTube-Video, das den Meister selbst wie auch die Schule und ihr Tun vorstellt. Davon, dass die Deutschen keine Geschichten erzählen können, hört man in diesem Filmchen. Geklapper, das zum Handwerk gehört?

Zwölf Schüler sitzen um die Tische, Nachzügler treffen ein, einer mit einem Trolley. Klar, es ist Freitag, der letzte Tag dieser ersten Kurswoche, nachdem einige wieder in die bisweilen weit entfernte Heimat fahren werden, um dort an ihrer Drehbuchidee und dann an ihrem Skript zu arbeiten. Über neun Monate wird das so gehen, wobei die Pausen zwischen den Blöcken immer größer werden. Es braucht Zeit, so ein Drehbuch. Alternativ gibt es einen Intensivkurs – 14 Wochenenden, verteilt über ein Jahr.

Bunt gemischt ist die Gruppe, Ältere, Jüngere, Alleinerziehende, Menschen mit Medienberufserfahrung und ohne. Solche, die sich kurz Notizen machen, andere, die akribisch alles notieren, in simple Ring- oder edle Notizbücher, mit Kugelschreiber oder Füller, hier und da ein Notebook. Der engagierte Ernst und die Aufmerksamkeit haben sie alle gemein.

Vorne sitzt Wolfgang Pfeifer in beiger Hose und Sportschuhen, massig mit runden, kräftigen Schultern, die Ärmel seines graugrünen Pullis hochgeschoben. Schon nach wenigen Minuten ist klar: Das ist kein eitler Selbstdarsteller, eher ein souveräner Dozent und mehr noch: Begleiter. Der sich mit der großen Hand die Glatze reibt, die Arme im Genick verschränkt. Einer, bei dem man bei aller Lässigkeit den Spaß an seinem Beruf spürt. Keiner, der sich selbst gerne reden hört, der aber seine Freude daran hat, frei zu reden, sich, seine großen Ansichten und kleinen Ideen für den Weg zum Buch mitzuteilen – und ihnen dabei selbst nachzuspüren. Es ist das Ende der ersten Woche. Noch liegen keine Stoffe auf dem Tisch, daher geht es um das Allgemeine, die Theorie, die nur solange etwas Esoterisches hat, wie man die Praxistauglichkeit dahinter nicht entdeckt.

Es geht um die Stoffentwicklung und die Haltung dazu. „Ihr braucht Material, mit dem ihr arbeiten könnt“, sagt er und erklärt, dass und wie dieses Materialsammeln sich vom wissenschaftlichen Arbeiten unterscheidet. Es geht nicht um das ganze, das systematische Erschließen. Zu viele Informationen können blockieren, wichtig sei jedoch, das zu sammeln, was bei der kreativen Gestaltung helfen kann. Auch Randständiges, Inspiration, die abseits liegt. Selbst Ideen entwickeln, welche einfangen, sie zulassen. Dabei muss der Kritiker im Kopf erstmal ruhig gestellt werde – ob ein Einfall gut ist, ist erstmal egal. Nicht zuletzt, weil er es irgendwann, vielleicht bei anderer Gelegenheit, mal werden kann. Erst später gelten zwei Kriterien für die Auswahl: Wie könnte der Markt reagieren? Wie ist die Attraktivität, welche Ressourcen würde man brauchen? Und: Wozu habe ich Lust?

Pfeiffer empfiehlt neben dem Anschauen von Filmen, Künstlerbiographien zu lesen. Wie haben sich andere große Künstler mit ihrer Kreativität und dem Strom ihrer Einfälle auseinandergesetzt? Picasso zum Beispiel: Mit dem Stock im Sand oder im Restaurant auf einer Serviette – immer hat er etwas gekritzelt.

Vielleicht ähnelt Pfeiffer doch mehr Picasso als Stroheim.



Pfeiffer rät zum automatischen Schreiben als einer Form der Selbstverständigung. Kein quasi-religiöser Akt, sondern einfach so, ganz funktional. Auch erklärt er: Es gibt nicht DIE eine Idee. Erzählansätze produzieren, dann daraus auswählen. Was, wenn man mehrere hat, unter denen man sich nicht entscheiden kann? Dann verfolgt man beide, bis man eben an dem Punkt kommt, wo man sich auf eine Idee konzentrieren muss. Nur in der Not wird eine Münze geworfen. Die wahre Kunst liegt in der Konzeption, die Ausführung ist nachrangig.

Das Wertvolle an dem, was Wolfgang Pfeiffer an dem Tag propagiert, ist die Erschließung und das Sich-Bewusstmachen des Stoffs. Ganz alltagstauglich und für das Verkaufen von Ideen und all der Stufen, die danach kommen, ist das von Bedeutung: Um auf die Frage, warum daraus ein Film gemacht werden soll, antworten zu können. Seine Idee nur „geil“ zu finden, nutzt beim Pitch nicht viel. Man muss erklären können, warum er „geil“ ist. Einem anderen muss klar werden, was man darin sieht.

Pfeiffer entwickelt ein Konzept, während er spricht. Auch wenn er hier und da die Begriffe durcheinanderwirft, macht das gar nichts, denn es ist, als verständige er sich mit sich selbst, und zuzusehen, wie jemand für sich und andere etwas Kluges entwirft, ist von ganz eigenem Wert. Eine Prämisse, die Ausgangsidee für den Plot, hat verschiedene Elemente, über die man zu seinem Stoff gelangen kann und über die die übrigen zu erschließen sind, um eine Einheit zu bilden.

Der Einstig, das kann ein generelles Thema sein. Freundschaft. Liebe. Der Schwache, der sich gegen die Starken durchsetzt. Oder eine thematische Frage (Was passiert, wenn ich mich für Freundschaft oder Liebe entscheiden muss? Was tun, wenn ich ein zweifelhaftes Angebot bekomme, das ich nicht ablehnen kann?). Dann: die erzählerische Welt, in der die Story angesiedelt ist – ein Film in und über die Welt der hohen Politik oder des Sports, der Hartz-IV-Empfänger.

Dem deutschen Film fehlt da die Substanz, meint Pfeiffer, sie zeigen so selten Ideen, gestalten nicht richtig ihre Themen – im Gegensatz zu den USA. Deren Look wird hierzulande kopiert, jedoch die erzählerische Mitte, die sie auszeichnet und weltweit populär macht, vernachlässigt. Er sei kein Hollywood-Apologet, so Pfeiffer, aber ein Freund guten Erzählens. In Deutschland soll man auch gar keine Hollywood-Filme machen. Sondern eben unsere. Eigentlich könnte man das alles auch in zehn Minuten erklären, bemerkt Pfeiffer und klingt dabei selbst etwas verwundert. Ja, vielleiht. Vielleicht auch nicht.

Gegen Ende gibt es eine kleine Übung. Ein beliebiger alltäglicher Ort. Ein Bahnhof. Die Schüler sollen aufschreiben, was es alles an einem Bahnhof zu sehen gibt, zehn Dinge, egal was, wie klein und beiläufig auch immer. Fertig? Dann nochmal zehn. Und dann weitere zehn. Dann: zehn verschiedene Menschen im Bahnhof. Und nochmal zehn. Und nochmal zehn. Und zehn weitere. Fehlt gerade noch, dass Pfeiffer lächelt, während er seine Schüler triezt. An einer Schiefertafel schreibt Pfeiffer einige der Antworten auf. Darunter: ein Pfarrer. Was würde einem Pfarrer auf einem Bahnhof auffallen? Worauf würde ein Taschendieb achten? Das alles ist nämlich keine Schikane. Es geht darum, sich in die Figuren hineinzudenken. Auch das innere Beobachten des Bahnhofs ist verblüffend sinnvoll. Denn: die ersten zehn, vielleicht auch ersten zwanzig Dinge und Menschen, die einem in den Sinn kommen, fallen wahrscheinlich den Meisten ein. Wenn es darum geht, einen alltäglichen Ort, eine alltägliche Situation in einer Szene originell zu entwerfen, auszugestalten, kann und sollte man weiterdenken – und -sehen. Und hier gilt ebenso: Alles annehmen, nichts werten oder tabuisieren.



Einige Filme hat Wolfgang Pfeiffer gedreht und mehr noch produziert, zuletzt Romuald Karmakars WARHEADS (1993). Er half in den 1990ern der UNESCO, in Simbabwe eine Filmschule zu gründen und zu leiten. Wieder in Deutschland gab er sein Drehbuch- und Dramaturgiewissen in kleinem Kreis weiter, ehe er 2003 seine Lehrtätigkeit als GBR institutionalisierte, woraus die heutige Drehbuchschule Wolfgang Pfeiffer, eine GmbH, entstand. Nicht nur Pfeiffer lehrt dort: Manuel Butt, Schreiber u.a. für Harald Schmidt und Bastian Pastewka, gibt Kurse, wie man Sketche oder, generell, komisch schreibt. Elke Heinemann unterrichtet in Sachen Hörspiel und Radiofeature, Barbara Kappen und Silvia Marquardt Theater.

Seine Schüler sucht sich Wolfgang Pfeiffer aus: In Vorgesprächen entscheidet er, ob er etwas mit den künftige Autoren anfangen kann – und sie etwas mit ihm. Nicht zuletzt kostet der Unterricht so einiges, gibt er unumwunden zu.

Auf (zugegebenermaßen dämliche) Entweder-Oder-Fragen reagiert er mit vernünftigen Weder-Nochs und Sowohl-als-auchs. Ob es mehr zu empfehlen sei, Drehbücher zu lesen oder sich die Filme dazu anzuschauen? Beides. Was wiegt mehr: der europäisch apostrophierte Figurenansatz oder das US-amerikanische „action driven“? Da seufzt Pfeiffer. Der Gegensatz an sich sei schon ein falscher. Beides taugt ohne das andere nichts zu haben; die Handlung brauche die richtigen Figuren, die zugleich zu dienen hätten (die Figurenpsychologie, wie sie gerade die besonders propagiert wird, interessiert ihn nicht sonderlich). Pfeiffer selbst verfolgt einen, seinen dritten Ansatz – im Zentrum steht die geistige, zu gestaltende Idee. Dabei gilt Pfeiffer stets: „Ein guter Film ist ein wirkungsvoller.“

Was aber passiert, wenn die Schüler ihre Drehbücher fertig gestellt haben? Was hilft alles Erfahrungen-Machen und Begleiten der Entwicklung, wenn man zuletzt mit einem fertigen, gar guten Skript dasteht und nicht weiß, wohin damit? Ganz allein gelassen wird man nicht. Pfeiffer gibt Empfehlungen und Tipps, an wen man sich wendet; in Extrakursen können sich Absolventen hinsichtlich Exposees und Treatments weiterbilden. Für das Drittel, so sagt Pfeiffer, das sich durch die Schale frisst. Für ihn ist überdies dieser Blockkurs erstmal der letzte. In Zukunft will er sich der Stoffentwicklung, der Verwertung und (Co-) Produktion widmen. Eine Scriptagentur Wolfgang Pfeiffer gibt es schließlich auch.

online counter

GANZ NAH BEI DIR in Mannheim

GANZ NAH BEI DIR, der neue Film von Almut Getto (Kinostart: 12.11.) wird am
Dienstag, 17. November um 19.00 Uhr im Cineplex, Mannheim
in Anwesenheit der Regisseurin vorgeführt.

In GANZ NAH BEI DIR erzählt Almut Getto („Fickende Fische“) witzig und unkonventionell eine moderne Liebesgeschichte.
Phillip, der sich wie seine Schildkröte Paul gern in sein Haus zurück zieht, lernt Lina kennen. Obwohl beide so gar nicht zusammen passen, gelingt es ihr, seine Welt zu öffnen. GANZ NAH BEI DIR ist die Geschichte von zwei Menschen, die scheinbar so gar nicht zusammen passen und doch zu einander finden.
Preisträger des Publikumspreises des Max-Ophüls-Festival 2009!
(Der Bericht dazu inklusive der GANZ NAH BEI DIR-Kurzbesprechung HIER)

GANZ NAH BEI DIR
Regie: Almut Getto
Drehbuch: Speedy Deftereos, Hendrik Hölzemann, Almut Getto
mit Katharina Schüttler, Bastian Trost,
Andreas Patton, Traute Hoess u.v.a.
Länge: 88 Minuten

Weitere Informationen unter www.ganz-nah-bei-dir.de.

Zeitreise mit Zwergen - "Time Bandits" als 2 Disc Collector’s Edition

von Harald Mühlbeyer

"Time Bandits"

GB 1981. Regie: Terry Gilliam. Buch: Michael Palin, Terry Gilliam. Produktion: George Harrison, Denis O’Brien.
Mit: Craig Warnock (Kevin), David Rappaport (Randall), Kenny Baker (Fidgit), Mike Edmonds (Og), Jack Purvis (Wally), Malcolm Dixon (Strutter), Tiny Ross (Vermin), Ralph Richardson (Supreme Being), David Warner (Evil), Sean Connery (Agamemnon/Feuerwehrmann), John Cleese (Robin Hood), Ian Holm (Napoleon), Katherine Helmond (Mrs. Ogre), Peter Vaughan (Mr. Ogre), Michael Palin (Vincent), Shelley Duvall (Pansy).
Länge: 111 Minuten.
Label: Spirit Media.
VÖ: 30.10.2009


„Time Bandits“ ist – wie fast jeder Terry-Gilliam-Film – über jeden Zweifel erhaben.

Aus Frustration, weil er sein Wunschprojekt „Brazil“ nicht verwirklichen konnte, beschloss Gilliam Ende der 70er, einen Abenteuerfilm für die ganze Familie zu drehen – der aber weit entfernt ist von Familienabenteuern à la Hollywood (oder, noch spezieller und noch schlimmer: à la Disney). Aus dem Kleiderschrank des vielleicht zwölfjährigen Kevin kriechen eines Nachts sechs Zwerge, die ihn mitnehmen auf eine Reise durch alle Zeiten: Die Schöpfung ist unvollständig, es gibt gewisse Löcher und Spalten im Raum-Zeit-Gefüge. Und die Zwerge sind im Besitz einer Karte mit diesen Zeitlöchern und planen große Raubzüge – denn die Flucht ist ja nur ein Zeitloch weit entfernt. So geraten sie zu Napoleon, Robin Hood, Agamemnon – und das ist für Kevin auch eine Reise zu den Heldenfiguren seiner Bücher, die ihm vielleicht gar Elternersatz sein könnten: denn seine leiblichen Erzeuger sind materialistische Hohlköpfe, die sich um nichts kümmern als Küchengeräte und TV.
Doch Kevin erlebt seine Helden ganz anders als in seinen Geschichten: Napoleon hat einen bedeutenden Minderwertigkeitskomplex, Robin Hood ist völlig von der Realität abgehoben; nur Agamemnon scheint eine echte Vaterfigur zu sein... aber da geht es schon weiter, in die Time of Legends. Denn, das ist eine zweite Schiene, die der Film fährt: Die Zwerge werden einerseits von Gott verfolgt, der seine Karte wiederhaben möchte, andererseits vom Teufel, der mit ihr die Herrschaft über die Welt an sich reißen möchte. Und so werden die Zwerge und Kevin hineingezogen in den Kampf zwischen Gut und Böse... Wobei Gilliam auch hier die Erwartungen unterläuft. Kevin steht am Ende alleine da, erwacht in seinem Kinderzimmer in einem Haus, das in Flammen steht; die Eltern explodieren, und Sean Connery, der den Agamemnon gespielt hat, rettet ihn zwar als Feuerwehrmann, fährt dann aber mit einem Augenzwinkern fort.

War das alles also nur ein Traum? Kevins Polaroids von der Abenteuerreise und das Stück Böses, das die Eltern explodieren lässt, beweisen das Gegenteil, möglicherweise.

Gilliam hat mit „Time Bandits“ einen Film geschaffen, der heute leider einigermaßen vergessen ist, sich aber – auch tricktechnisch – durchaus mit heutigen Produktionen messen lassen kann (und damals in den USA der Überraschungshit des Kinojahrs 1981 war): auch ohne Computer Generated Imagery schafft Gilliam eine wunderbare bildgewaltige Fantasy-Welt historischer Welten und grausiger Ungeheuer. Einfallsreiche Plotwendungen und ein souveränes Spiel mit filmischen Stimmungen mischen sich mit intelligenten Diskursen über die Gut-Böse-Dualität und die Ambivalenzen von Traum und Wahrheit, Fantasie und Realität. Und großen Spaß macht das alles noch obendrein!

Nun ist in einer Neuauflage bei KochMedia die 2-Disk-Edition wiederveröffentlicht, die zuvor bei Sunfilm erschienen ist. Neben einem sehr lustigen weil fast völlig sinnfreiem Interview mit Terry Gilliam (der ausführlich seine Füße zeigt) und Terry Jones (der gar nichts mit „Time Bandits“ zu tun hat) und einer Rekapitulation der Produktionsfirma Handmade Films von Ex-Beatle George Harrison (die sich enttäuschenderweise als bloße Trailershow entpuppt) gibt es eine einstündige Dokumentation, die Gilliams Karriere nachverfolgt und, als Highlight, ein halbstündiges Interview mit Gilliam und seinem Co-Autoren Michael Palin, in dem sie ziemlich umfassend auf den Film eingehen – der Audiokommentar der Criterion-Edition von „Time Bandits“ ist auch nicht viel informativer...

Die Doppel-DVD ist also rundum zu empfehlen – und sie hält noch ein unfreiwilliges Schmankerl bereit: Der Übersetzer, der die Untertitel zum Interview gefertigt hat, hat ein Händchen fürs genaue Danebengreifen. Da werden die Napoleonischen Kriege zu den viel abwegigeren Peloponnesischen Kriegen, und „Monty Python and the Holy Grail“ a.k.a. „Ritter der Kokosnuss“ wurde zwar in Wirklichkeit von „Popstars“ wie Pink Floyd und Led Zeppelin finanziert, in den Untertiteln aber von „Pubs“.
Das könnte, wenn wir albern wären, schon der Ausgangspunkt zu Monty-Python-hafter Komik sein: Ein schwerhöriger Übersetzer, der dann abends mit Freunden vom Schwerhörigenclub zusammensitzt und von seiner Arbeit berichtet: „Mensch, wusstet ihr, dass die Pythons ihren ‚Ritter der Kokosnuss’ mithilfe von Kneipen finanziert haben?“ – „Wie bitte? ‚Bitterer Krokus’? Ist das nicht ein Film von Ingmar Bergman?“ – „Wie, was ist mit Ingeborg Bachmann?“ – „Die hat sich mit Seife rasiert!“ – und Übergang zu einer Gilliam-Animation.


Diese DVD können Sie bequem in unserem Onlineshop bestellen.

Trollt Euch! Eine kritisch-polemische Bewertung des aktuellen Fantasy-Films.

von Dirk Christian Loew

Teil 1 von 2

Die New-Line Produktion THE LORD OF THE RINGS sowie die STAR WARS- und HARRY POTTER-Filmreihen bilden momentan den marktbeherrschenden Kern von Kinoproduktionen. Allesamt sind sie dem Genre des fantastischen Films, oder zeitgemäßer: Fantasy-Film, zuzurechnen. Für mich sind diese Produktionen jedoch inhaltlich triviale, filmisch dürftige, rein profitorientierte Vehikel einer gigantischen Geldvermehrungsmaschinerie, die einher geht mit einer aufwendigen Verdummungspropaganda. Es scheint, als ob mit dem Fantasy-Film, so wie er sich heute darstellt, die geistloseste, weichgespülteste Ausprägung des Mainstream-Kinos eine endgültige Dominanz im aktuellen Filmgeschehen erreicht hat. Der Erfolg des Fantasy-Films steht auch für einen allgemeinen gesellschaftlichen Wandel, wenn nicht gar Verfall: für den Sieg der Oberfläche über den Inhalt, für den allgemeinen Triumph des Pop, für visuell unsäglichen Kitsch, für eine umfassende Sanktionierung der Infantilität - er steht für die Jeanette-Biedermann-Isierung unserer Zeit. Deshalb muss ein Text wider den Fantasy-Film auch eine Gesellschaftskritik sein, muss lauthals Stellung beziehen und sich dem Hype verneinen.

Dieser Text wird demnach auch nicht in den offenbar gleichgeschalteten Kanon unserer Medien über die Großartigkeit der Herr-der-Ringe-Filme mit einstimmen. Nein, mir würde nicht im Traum einfallen, für Harry Potter, sei es im Kino oder in der Buchhandlung, Geld auszugeben. Denn schließlich war ich der Einzige in meiner Klasse, der 1977 schon nicht in STAR WARS ging und auch keine Han Solo-Actionfigur besaß. Und schließlich fand ich schon in den 1980er Jahren, dass die Leute, die mir das Buch „Herr der Ringe“ aufdrängen wollten, irgendwie die Falschen waren: Parkas, PLO-Tücher und Anti-Alles-Buttons waren keine Empfehlung, eher eine nachhaltige Warnung. Parkas trägt jetzt keiner mehr, und die ehemaligen Demonstranten gegen die Startbahn-West fliegen heute über sie in ihren Urlaub. Doch die Fantasy-Filme und ihre Folgschaft, die damit zusammenhängende geistige Haltung sowie der Erfolg bei den Massen blieben. Ebenso wie mein Misstrauen gegen die an Massenhysterie grenzende mediale Umarmung dieses Phänomens. Ich habe überhaupt nichts gegen Fantasy-Filme: Ich finde sie nur momentan, von Publikum, als auch der Kritik, für total überbewertet. Warum?

Ein filmhistorischer Rückblick:
Es begann alles mit dem sogenannten Post-Code-Quartett Ende der Anfang bis Mitte der 1970er Jahre. Mit der Ablösung des Production-Codes der Filmindustrie durch das auch heute noch gebräuchliche Rating-System (ab 1966) erhielten die Filmemacher, die Studios, die Produzenten die Möglichkeit, bisher Ungesehenes und Ungehörtes in das Mainstream-Kino einfliessen zu lassen. Die Filme THE GODFATHER, JAWS, THE EXORCIST und STAR WARS waren Produktionen und Kassenerfolge, die Hollywood, die amerikanische Filmindustrie sowie die Rezeption des Mediums durch ein Massenpublikum, nachhaltig veränderten. Erstmalig erreichte ein Film in den USA, nämlich JAWS, die magische Grenze von 100 Mio. Dollars Einspielergebnis an den Kinokassen, und wurde zum finanziell erfolgreichsten Streifen aller Zeiten. Bereits zwei Jahre später übernahm STAR WARS diese Position. Insbesondere dieser Film führt in die Filmgeschichte den Begriff der Verwertungskette ein: Umsätze wurden nicht allein über die Kinokassen generiert, sondern auch über die Verwertung von Merchandisingprodukten, gegebenenfalls sogar in Kooperation mit Unternehmen außerhalb der Filmindustrie (z.B. McDonalds, Pepsi-Cola etc.), Comics und Büchern, Spielzeug, den Videos (später DVDs), Computerspielen und Schnickschnack jeglicher Art. Für die gesamte Star-Wars-Reihe gilt: 41% der Einnahmen kommen aus der Kinoverwertung, der Rest über die o.g. Produkte. Logo und Werbung eines solchen Films sind allgegenwärtig: In den Medien, auf CDs, Colabüchsen, Pommesschachteln, Kleidung etc. etc. Die Verwertungskette wird Teil unseres Lebens. Wir werden, wenn wir uns nicht verweigern, unvermeidbar Teil dieser Verwertungskette.

Drei der Filme aus dem Post-Code-Quartett bezeichnen einen grundsätzlichen inhaltlichen, stilistischen, filmisch-ästhetischen, genrespezifischen und zielgruppenorientierten Umschwung des Hollywood-Mainstream-Kinos: den Aufstieg der ehemals skurril-exotischen, belächelten B-Film-Genres Fantasy und Horror hin zum massenkompatiblen Kinoereignis. Eine Entwicklung übrigens, die analog auch THE LORD OF THE RINGS-Regisseur Peter Jackson durchgemacht hat: Vom Splatter-Film-Macher für ein Minoritäten-Publikum hin zum Erschaffer des Fantasy-Event-Streifens für Millionen von Zuschauern in aller Welt.

THE GODFATHER ist in dieser Vierer-Gruppe tatsächlich der Vertreter einer anderen Art von Film: klassisches Erzählkino, dramaturgisch ausgefeilte Spannungsbögen und fein gezeichnete Charaktere, Schauspieler und Regie-Kino für eine erwachsene, anspruchsvolle Zielgruppe. Die drei anderen Filme dagegen legen den Grundstein auch für den heutigen Erfolg des Fantasy- und des engverwandten Horrorgenres. Alle drei Filme bedienen sich einschlägiger Elemente dieser Genres, besonders STAR WARS ist eher ein Märchen- oder Fantasyfilm in einer Science-Fiction-Kulisse (was George Lucas auch nie bestritten hat) denn ein Science-Fiction-Film. Robert Blanchet bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt, dass diese Filme zunehmend die "künstlerische Ambition" zugunsten von "Spannungsmomenten, Schockeffekten und spektakulären Schauwerten abstreifen".

Böse Zungen behaupten ja schon seit langem, Produzenten des Hollywood-Massenkinos hätten als typischen Repräsentanten ihrer Zielgruppe einen US-amerikanischen, männlichen 17-jährigen, mittelmäßig gebildet und aus dem ländlichen Mittelwesten stammend, vor Augen. Also jemanden, der Shakespeare für einen der Hunde der Osbourne-Familie hält und zu den 2/3 der US-Schülern zählt, welche die Vereinigten Staaten nicht auf der Weltkarte finden. Aber genau diese Bevölkerungsschicht war es, für die das Fantasy- und Horrorgenre in den 1950er Jahren gemacht wurde.
Der Begriff der Zielgruppe bzw. des zielgruppengerechten Filmprodukts erhält in diesem Zusammenhang erstmalig in der Filmgeschichte eine gewisse Bedeutung. Jack Arnold und Roger Corman z.B. schufen für ein jugendliches, anspruchsloses Vorstadt-Publikum, das vornehmlich die Autokinos frequentierte, klassische Vertreter des Horror/Fantasy-Genres wie ATTACK OF THE CRAB-MONSTERS (USA 1957), CREATURE FROM THE BLACK LAGOON (USA 1954) oder THE INCREDIBLE SHRINKING MAN (USA 1957). An der Formel des fantastischen Films, seinen Elementen und Figuren (sei es Fantasy oder Horror) hat sich, im Prinzip seit Stummfilmtagen, bis heute nichts Wesentliches geändert. Der fantastische Film suchte und fand ab den 1950er Jahren lediglich ein neues Publikum. Diese Entwicklung und ganz spezielle Wechselbeziehung zwischen fantastischem Genre und seinem spezifischen Auditorium hat sich bis heute bewahrt. Das Autokino wurde lediglich durch das Multiplex ersetzt, welche auch zuerst in der Vorstadt (z.B in Sulzbach) enstanden. Das heutige Publikum will ebenfalls angenehm und unkritisch unterhalten und intellektuell nicht herausgefordert werden.

Es spricht somit nicht sehr für unsere Gesellschaft, dass auch Erwachsene sich z.B. in Harry-Potter-Filme begeben: Zweifellos geht der Erfolg der Fantasy-Filme einher (und wird ermöglicht) mit einer zunehmenden Infantilisierung unserer Gesellschaft. Denn im Prinzip bleiben die Harry-Potter, Herr der Ringe und Star-Wars-Reihen, auch in ihrem filmästhetischen Duktus, lediglich Verfilmungen von Kinder- und Jugendbüchern. Und: ganz offensichtlich können sie diese literarischen Wurzeln nicht verleugnen. Die durchgestylte, MTV-mäßige, platt-eindeutige Bildsprache, der Versuch, das Publikum auf keinen Fall mit zweideutigen Bildbotschaften zu verstören, spricht u.a. für diese Annahme. Die Bildsprache von z.B. THE LORD OF THE RINGS ist technisch aufwändig, mit enormen FX-Aufwand und CGI-Elementen aufgemotzt, doch kompositorisch eigentlich schlicht und auf ihre reine Oberflächenwirkung reduziert. Und offenbar kennt Regisseur Jackson nur zwei Einstellungssgrössen: die riesenhaften, extrem nahe Grossaufnahme sowie die unecht wirkende, per Computer aufgemöbelte Panorama-Totale. THE LORD OF THE RINGS scheint aus nichts anderem zu bestehen: Gesichter (ohne Stirn) wirklich langweiliger Schauspieler füllen die Leinwand und tauschen dümmlich-kryptische, pseudo-philosophische Dialoge von geradezu monumentaler Schlichtheit aus. Dazwischen füllen von Programmierern gebastelte Totalen mit allerlei Landschafts- und Kulissenkitsch die Leinwand. Der ganze Film besitzt keine einzig natürlich-komponierte Einstellung, nicht ein einziges emotional berührendes Bild. Was für gefühlig betrachtet wird, endet im larmoyanten Kitsch, zeigt heulende Hobbits, verstärkt durch Weichzeichner, und ertränkt in einer suppig-breiigen Musik.

Weiter zum zweiten Teil...

exground 2009: Blog



Vom 13.-22. November findet in Wiesbaden das 22. exground Filmfestival statt.
Nach dem überwältigenden Erfolg der Blogs zum Münchner Filmfest und der Hof Berichterstattung werden Martin Urschel, Sarah Böhmer und Daniel Bund für uns - und Sie! - davon tagesaktuell berichten.

Hof-Berichterstattung: Abschluss und Ausblick

Für Ihren treuen Korrespondenten sind die Hofer Filmtage für dieses Jahr vorbei; heute steht nur noch eine lange Zugfahrt an.
Es war ein sehr guter Jahrgang voll sehenswerter Filme; und auch die schlechten sind zumindest diskussionswürdig.
Jessica Hausners "Lourdes" ist ein ganz ruhiger Film über ein potentiell unglaublich-außerweltliches Ereignis: eine Heilung in Lourdes; ein Film, der Fragen des Verhältnisses des Menschen zu sich selbst, zu einem Wunder, das uns begegnet, zu einem anderen, dem ein Wunder begegnet, behandelt, das Verhältnis von Körper und Seele, Welt und Glauben, Glaube und Aberglaube. Und das ganz unaufgeregt.

"Die zwei Leben des Daniel Shore", der Debütfilm von Michael Dreher, hat ganz großartige Darsteller - Nikolai Kinski, Matthias Matschke, Judith Engel, "Pi"-Darsteller Sean Gullette, selbst Katharina Schüttler lässt das Extrem-Extreme sein und wird dadurch glaubwürdig. Großartige Kamera, großartige Lichtdramaturgie; großartige Musik (Lorenz Dangel), großartiges Set-Design und eine ganz undurchdringliche, verstörende, mysteriöse Story, die halb in Tanger, halb in einem Stuttgarter Altbau spielt, zwei Welten, die sich bedingen, vielleicht berühren, vielleicht aber auch gar nicht wirklich sind - nur am Ende, in der letzten Minute, da geht die Luft raus, da ist dann plötzlich nichts mehr übrig: weder Klarheit noch Unklarheit wird so richtig hergestellt, nicht einmal das Zwischenreich, das der Film die ganze Zeit über (vielleicht) beschrieben hat, wird bestätigt oder nicht bestätigt. Irgendwas fehlt da.

Werner Herzogs "The Bad Lieutenant" zeigt Nicolas Cage endlich mal in einer Rolle, die zu ihm passt. Er, der sonst auch immer halb schlafwandelnd durch seine Filme schlurft, müde und apathisch, ist hier der Junkie-Cop, der sich auf Gangster einlässt und dafür auch mal einen brutalen Mord beiseite schiebt: Ja durchaus, das ist spannend und irritierend zugleich, der Film steht - auf anderer Ebene, mit anderer Machart - Abel Ferraras Originalfilm nicht nach, ist weniger Nachfolger oder Kopie als ebenbürtiger Parallelfilm. Und dann die Herzog-Momente: Mit Videokamera ganz, ganz nah an einen Alligator ran oder an Leguane (Herzog führte hier die Kamera selbst, er sucht halt die Gefahr, wo es geht), oder der Tanz einer Seele...

"Les Beaux Gosses" von Ryad Sattouf wird in den Untertiteln mit "Die heißen Kerle" übersetzt, und genau darum gehts: um das Brennen im Inneren, das die Pubertät ausmacht - und die völlige Unfähigkeit, mit diesem Feuer der Initiation, mit diesem Fegefeuer der Kindheit umzugehen. Dabei ist der Film überhaupt nicht abstrakt, poetisch, metaphorisch oder was immer das ist, wie ich es gerade beschrieben habe: ganz konkret werden alle Peinlichkeiten, die 14jährige mit sich und mit anderen erleben, komprimiert in 90 Minuten gepackt als Geschichte von Hervé und seinen Freunden, Lehrern, der Mutter, dem ersten Knutschen, dem Wichsen, dem Nichtstun. Der Film ist nicht als lustig-Klamauk à la "American Pie" aufgezogen, sondern bleibt stets höchst lebensnah, auf natürliche Weise zugespitzt - und ist deshalb unglaublich witzig.

"13 Semester" schließlich von Frieder Wittich ist eine Art deutsche College-Komödie. Ich erinnere mich: Udo Corts, damals hessischer Wissenschafts- und Kunstminister, hatte diesen Film auf einem Empfang während der Berlinale 2008 als herausragendes Beispiel hessischer Filmförderung hervorgehoben, nicht ohne sehr polemische Sprüche gegen Langzeitstudenten - als alle, die 12, 13 Semester zu studieren wagen - abzulassen und heftig gegen Studiengebührengegner zu wettern - er stand damals kurz vor der Gerichtsverhandlung um das Studiengebührengesetz, die er dann auch glorreich gewonnen hat. Allein dieser Auftritt vermieste mir damals einen ganzen Berlinale-Tag und auch jede Freude auf den Film.
Nun ist er fertig, und nein: es ist KEIN affirmatives CDU-Propagandamachwerk geworden. Sondern lustig, locker, leicht, mit sehr gutem Gespür für komisches Timing erzählt Wittich einfach mal vom Studentenleben in Darmstadt. Moritz, der gar nicht gerne Momo genannt wird, macht Wirtschaftsmathematik - aber das ist stressig, Mannomann, so hat er sich das nicht vorgestellt. Mitbewohner Bernd ist da viel lockerer, und dann ist da noch Kerstin, in die sich Momo schon im dritten Semester verguckt... Kleine Schlaglichter auf 13 Semester wirft Wittich und erstellt dabei ein Panorama der Studentengestalten; und nein, Herr Corts: da wird nicht der Streber als absolut positives Beispiel herausgehoben, der sein Studium auf der Überholspur angeht, geradeaus durch, aber ohne Blick auf die Landschaft drumherum (diesmal keine Metapher von mir, sondern aus dem Film). Studium wird durchaus als Lebensbildung verstanden, als Reifeprozess - das ist natürlich einerseits typisches Thema im weiten Feld des Coming of Age-Genre, andererseits aber auch ein Argument gegen die politisch gewünschte Studium-Durchmarsch-Strategie, wie sie der Herr Corts offenbar propagiert.
Wobei Hochschulpolitik ganz außen vor bleibt und das emotionale, mentale, finanzielle Auf und Ab von Momo im Mittelpunkt steht. Wobei die Nebenfiguren mindestens ebenso interessant sind: Robert Gwisdeks Ellenbogen-Streberstudent, der nachlässige Mitbewohner, der Pakistani, der immer überall voll einsteigt, ob beim Lernen oder beim Saufen, und dem dann auch alles gelingt...
"13 Semester" hatte in Hof seine Premiere - und wird am 24. November mit vielen Gästen (Hauptdarsteller Max Riemelt, Claudia Eisinger als sein Love Object Kerstin, Regisseur Frieder Wittich und Produzent Jakob Claussen) das Mainzer FILMZ-Festival eröffnen - der Festivalzirkus geht nahtlos weiter, und wenn FILMZ hält, was der Eröffnungsfilm verspricht, werden die sechs Festivaltage in Mainz wunderbare Unterhaltung liefern.

Harald Mühlbeyer

Hof-Berichterstattung: Dokumentarisches - Teil 2

Alexander Kluge hat Stefan Aust angerufen und zum Interview nach München bestellt. Angeblich sollte es um das Ende der Glühbirne gehen, doch Kluge hatte was anderes vor: er befragte Aust nach dessen Eindrücken, Erinnerungen, Meinungen, Glaubenssätzen zu 60 Jahre Bundesrepublik.
Dieses Interview - im Hintergrund noch immer die Glühbirne - ist das Rückgrat von "Der Deutschland-Komplex" von Alexander Kluge und Stefan Aust, der 21.915 Tage BRD Revue passieren lässt. Und zwar auf typische Kluge-Art, wie er auch seine kürzeren Filmchen für seine dctp-Schienen bei RTL und Sat.1 produziert: vollkommen assoziativ zusammengestellt, begleitet von seinem flüsternden Raunen, voll von Sätzen und Halbsätzen, die sich wie Aphorismen anhören, mit Blick auf das Abseitige, Unerwartete, mit einem umfassenden Wissen (und Ahnen) der Zusammenhänge (oder ihrer Möglichkeiten). Seine ganz spezielle Form des Essayfilms.
Das kann funktionieren. Und kann scheitern. Hier scheitert es.
Denn einmal kennt man all das meiste schon aus diversen anderen Erinnerungsfilmen - auf andere Art aufbereitet, OK, aber inhaltlich kaum unterschieden. Vieles ist Bildmaterial von damals, auch aus Spiegel TV-Reportagen. Zudem sind die kleinen Überraschungen, die kleinen Nebensächlichkeiten zu breit ausgewalzt, um pointiert zu wirken. Das funktioniert noch - wegen seiner Abseitigkeit - in der Sequenz, in der schlicht eine lange britische Ballade über den Untergang des Segelschiffs "Deutschland" rezitiert wird; wenn dann aber minutenlang eine Parade russischer Soldaten gezeigt wird, ist klar, dass Kluge das Gespür für seinen Stoff abhanden gekommen ist; leider.
So ist es nun mal: seine Methode ist fragil, sie kann auch mal als Ganzes versagen.
So war es auch im Vorfilm "Beinahe wären wir Römer geworden", in dem Kluge Helge Schneider befragt, der einen Mühlheimer Oberstudienrat und Vorsitzenden des Varus-Vereins spielt; angeblich geht es um 2000 Jahre Varusschlacht und das Bedauern darüber, dass die Römer nicht gewonnen haben: dann wären wir vielleicht ein zivilisiertes Volk geworden. Was als Entwurf sehr schön ist, hat überhaupt nichts mit dem Inhalt zu tun, der mitunter sehr lustig ist - wie könnte es anders sein in einer Kluge-Schneider-Begegnung -, der aber mitunter hakt. Vielleicht, weil Schneider zuwenig Latein kann, um Kluges Hochniveau-Einwürfe auffangen zu können; vielleicht auch, weil er sich zu sehr auf seinen gespielten Dialekt konzentriert - hessisch mit kleinen sächsischen und allemanischen Einschlägen -, um wirklich spontan zu improvisieren.

Statt mit den großen Dingen wie Deutschland und seiner Geschichte beschäftigt sich Peter Hümmeler mit "Franks Welt". Frank ist Zuhälter irgendwo in einem Dorf bei Osnabrück; nein, kein Zuhälter: Geschäftsführer eines FKK-Clubs, keiner, der die Mädels zu was zwingt und ihnen das Geld abnimmt, der sie prügelt oder missbraucht. Darauf legt Frank Wert. Aber natürlich ist er ein Schrank von einem Mann, Glatze, Tattoos, die ganzen Statussymbole wie Goldkettchen, dickes Auto, bunte Hemden ("Finde ich inzwischen ganz ansehnlich"). Man muss halt nach was aussehen, sich den Respekt erarbeiten, gerade in dieser Branche, sagt Frank. Und erzählt auch immer wieder von früher, als er durchaus zu Gewalt neigte, sich Schießereien mit polnischen Konkurrenten lieferte, in der Disco einen halbtot prügelte...
Ja: Frank ist der Obermacker. Er wohnt auf einem Bauernhof mit einem seiner Mädels zusammen, Nadine, die er hält wie seine Hunde. Und Pferde. Und Paviane. Er ist der Rudelführer, ganz klar, und in diese Welt - auch Denkwelt - lädt Hümmeler mit seinem sehr nahen, einfühlsamen, faszinierenden Porträt die Zuschauer zu einem Besuch ein. Hier funktioniert das Patriarchat noch, Frank würde nichts anderes zulassen, und Nadine fügt sich gerne ein. Sie liebt ihn, sie liebt Pferde und Hunde, und im Club macht sie ihren Job. Besser als bei Aldi kassieren, sagt sie.
Und das ist kurzweilig. Das ist auch sehr lustig, weil Frank so ne richtige Type ist. Er hat jetzt mal Urlaub genommen für zwei Jahre, kümmert sich um seine Hundezucht (Kampfhunde natürlich!), vielleicht ist er deshalb so entspannt. Vielleicht hat er auch einfach alles erreicht, was er je erreichen wollen, einen hohen Lebensstandard, einen leichten Job, viele Mädels, bei denen er sich bedienen darf... Vielleicht zeigt der Film das Ende eines Zuhälters und den Beginn eines Ruhestandes mit Frau und Kind. Vielleicht wird Frank aber seine Welt auch nie verlassen, weil sie so isoliert ist von allem, was außerhalb von seinem Anwesen und seinem FKK-Club stattfindet.

Harald Mühlbeyer